SV Eintracht Windhagen
1921e.V.

Rheinsteig-Extremlauf am 29.05.2011

[MH] Der Rheinsteig-Extremlauf, eines der verrücktesten Unternehmen das ich je gemacht habe. Bei der Online-Anmeldung zitterte der Mauszeiger immer wieder vom Bestätigungs-Button weg, aber schließlich gewann die Verrücktheit in mir und ich drückte den Button todesmutig.

Am Sonntag Morgen um 06:00 Uhr klingelt der Wecker gnadenlos und erinnert mich daran, dass heute ein besonderer Tag beginnt. In zwei Stunden ist der Startschuss zum Rhex in Bonn. Kurz vor sieben klingelt das Telefon und sagt mir das Nicci mit dem Auto wartet, sie fährt mich liebenswürdigerweise nach Bonn und unterstützt mich bei allem was so anliegt. Hier schon mal ein ganz dickes Dankschön, Du warst eine sehr wertvolle Unterstützung.

In Bonn angekommen, erwartet uns eine sehr gute, aber gespannte Stimmung im Läuferfeld. Man kann so manchen ehrfürchtigen Blick Richtung Siebengebirge beobachten, bei mir auch!

Nach kurzer Ansprache des Veranstalters, erschallt auch schon der Startschuss und das Läuferfeld setzt sich in Bewegung. Die Stimmung ist sehr gut, das Wetter ist optimal und man kann so manchen ironischen Scherz im Feld hören. Zur Strecke. Eigentlich könnte ich sie ganz kurz beschreiben, rauf, runter, rauf, runter, ……., aber so würde ich der superschönen, aber auch fordernden Strecke nicht gerecht werden.

Der Start erfolgt im Bonn-Ramersdorf am T-Mobile-Campus und führt zielstrebig zum, durch und über den Naturpark Siebengebirge. Zuerst geht’s hoch zum Foveaux-Häuschen, das im Jahr 1820 erbaut wurde, oberhalb von Küdinghoven. Wir passieren den Dornheckensee bei Oberkassel und laufen schließlich durch die Weinberge von Oberdollendorf. Hier werden wir mit einem wunderschönen Blick über das Rheintal belohnt, aber es bleibt nicht viel Zeit, die Stoppuhr läuft gnadenlos weiter.

Bis hierher ist die Welt noch in Ordnung. Alle laufen noch und die Anstiege sind noch erträglich. Doch jetzt ist Schluss mit lustig.  Es geht hoch zum ehemaligen Gästehaus der Bundesregierung, auf den Petersberg (331 m ü.NN). Etwa 200 Höhenmeter (HM) sind zu überwinden, aber noch lange nicht genug.  Wir laufen runter zur Seufzerbrücke damit wir über den Geisberg (324 m ü.NN) zur Waldgaststätte Milchhäuschen gelangen. Der Biergarten zieht magisch an, aber es ist noch ein langer Weg bis zum Ziel.  Nach weiteren 100 HM, erreichen wir den Drachenfels (321 m ü.NN) über den Eselsweg. Leider bleibt keine Zeit die fantastische Aussicht von der Ruine aus zu genießen. Es geht wieder runter. Diesmal geht es ca. 200 HM abwärts, zum Ulanendenkmal in Rhöndorf. Bis jetzt gab es zahlreiche Verpflegungsstellen, aber hier wird traditionell Kuchen gereicht.

Der längste und fordernste Anstieg liegt vor uns. Hoch zur Löwenburg (455 m ü.NN). Auf einer Länge von etwa 4 km verlangt er alles von den Läufern. Hier werden die berühmten Körner geradezu weggeschmolzen. Durch das Schmelztal erreichen wir den letzten Anstieg am 366 m hohen Himmerich vorbei. Ab jetzt geht es nur noch bergab. Zuerst geht es sehr steil ins Tal hinunter und allmählich wird es flacher. Die letzten drei Kilometer führen durch Bad Honnef, zielstrebig zur Insel Grafenwerth. Nach 34 km und 1200 Höhenmeter erreiche ich nach 03:44:08 das Ziel. Erleichtert und überglücklich passiere ich die Ziellinie und freue mich endlich die müden Knochen zu entlasten.

Eine ganz besondere Überraschung erwartete mich im Ziel. Heimlich haben sich Freunde auf die Insel geschlichen und eine kleine „Fanmeile“ gebildet. Nicci, Hannah, Marion, Franzi und Ralf waren extra für den Zieleinlauf angereist um mich zu empfangen. Ich muss zugeben, eine Träne der Freude und Rührung habe ich gelassen. Danke Euch allen, es ist schön solche Freunde zu haben.

Fazit: Der Rheinsteig-Extremlauf ist eine Herausforderung der besonderen Art. Der Veranstalter hat diesen sehr schönen Berglauf spitzenmäßig organisiert. Mit 11 Verpflegungsstellen ist für das notwendige leibliche Wohl bestens gesorgt, auf einen Trinkrucksack, der unnötigen Ballast darstellt, kann man getrost verzichten. Die Strecke ist perfekt ausgeschildert und gekennzeichnet, auf Gefahrenstellen wird sehr gut hingewiesen. Danke dem Veranstalter, ich komme wieder.

 

 

 

 

 
Streckenbeschreibung findest du unter Strecke. Höhenprofil mit Bildern hinterlegt. Karte kann vergrößert werden.

http://www.rheinsteig-extremlauf.de
 
rex.pdf