Es gibt Spieltage, die stehen hinterher als nüchterne Zahlen in der Tabelle. Und es gibt Spieltage, die bleiben im Kopf. Der Samstag, 24. Oktober, gehörte für den SV Windhagen zur zweiten Sorte: große Chancen, starke Nerven – und entscheidende Bälle, die einfach nicht fallen wollten.
Morgens um 10 Begann der Tag für die Reisegruppe, nachts gegen halb zwei endete er. Dazwischen kämpfte die erste Mannschaft in Simmern und Kirn um Punkte. Gleichzeitig lieferte die Dritte zu Hause einen eigenen Krimi.

Simmern: Der Sieg zum Greifen nah
14 Uhr, Herzog-Johann-Gymnasium in Simmern. Johannes, Louis, Colin und Kevin legen los – und wie! Beide Doppel gehen an Windhagen. Später steht es 4:2 für den SVW. Die Ausgangslage stimmt, der Auswärtssieg ist in Reichweite.
Doch dann wird aus Zuversicht Anspannung. Und aus Anspannung ein echter Nerventest.
Vier Einzel gehen über fünf Sätze. Viermal gewinnt Simmern. Colin, Johannes und Kevin können eine 2:1-Satzführung nicht ins Ziel bringen. Louis liegt sogar mit 2:0 vorne und verliert noch.
Das ist bitter. Richtig bitter.

Plötzlich steht es 4:5. Jetzt muss Colin liefern, damit Windhagen wenigstens einen Punkt mitnimmt. Und er liefert: 3:0 im letzten Einzel, 5:5 im Gesamtergebnis.

Die Statistik erzählt, warum sich dieses Unentschieden trotzdem wie eine verpasste Gelegenheit anfühlt: 24:16 Sätze und 398:358 Bälle für Windhagen. Mehr gewonnen – und doch nur geteilt.
Eine Stunde bis zum nächsten Aufschlag
Um 17 Uhr endet die Begegnung. Um 18 Uhr wartet in Kirn bereits der nächste Gegner.

Eine Stunde für Zusammenpacken, Weiterfahrt und Vorbereitung. Da durfte man mit einem Augenzwinkern schon fragen: War das ein Spielplan oder die Aufnahmeprüfung für besonders belastbare Tischtennisspieler?
Wer eine kleine Verschwörung vermuten wollte, hatte jedenfalls ausreichend Stoff: erst vier verlorene Fünfsatzspiele, dann auch noch die Uhr als Gegner. Doch es half nichts. Die nächste Aufgabe wartete.
Kirn: Wieder vorne – und am Ende mit leeren Händen
Hellbergturnhalle, TTC Grün-Weiss Kirn. Neue Halle, neue Begegnung, dieselbe Spannung.
Louis und Colin holen ihr Doppel. Johannes gewinnt beide Einzel, Colin steuert einen weiteren Einzelsieg bei. Windhagen führt 4:3. Wieder ist etwas möglich. Wieder liegt ein Erfolg in Reichweite.

Doch Kirn gewinnt die letzten drei Einzel.
Das letzte Wort fällt in einem Satz, der die ganze Dramatik dieses Tages zusammenfasst: 17:15 für Tobias gegen Colin. Damit steht die knappe 4:6-Niederlage fest.
Zwei Punkte Unterschied im letzten Satz – und statt eines möglichen Unentschiedens bleibt die Enttäuschung. Viele enge Ballwechsel, Verlängerungen und hart umkämpfte Entscheidungen zeigen: Hier begegneten sich zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Geschenke gab es keine. Jeder Punkt musste erarbeitet werden.
Die Dritte: Hans-Josef behält die Nerven
Auch zu Hause wurde nichts für schwache Nerven geboten. Um 17 Uhr empfing die dritte Mannschaft in der Windhagener Dreifachhalle die SG Kettig/Weißenthurm II.
Max gewann beide Einzel und gemeinsam mit Hans-Josef das Doppel. Natalia holte einen wichtigen Einzelsieg – 11:9 im fünften Satz. Kaylee und Natalia kämpften sich im Doppel nach einem 0:2 zurück, mussten sich im Entscheidungssatz aber geschlagen geben.
Vor dem letzten Einzel lag Windhagen 4:5 hinten.
Jetzt also Hans-Josef. Ein Spiel, eine Aufgabe: den Punkt retten. Und er löste sie souverän. 3:0, Endstand 5:5! Nach mehr als zwei Stunden blieb ein verdienter Zähler in Windhagen.
Was bleibt für die Tabelle?
Die Erste steht nach vier Begegnungen mit 4:4 Punkten und 24:16 Spielen auf Platz fünf der Verbandsoberliga. Die Dritte kommt nach sieben Begegnungen auf 5:9 Punkte und 28:42 Spiele.
Die Sechste war nicht im Einsatz. Ihre Begegnung bei Ockenfels VI wurde auf Montag, 2. November, 19 Uhr, verlegt. Aktuell steht sie mit 0:6 Punkten auf Platz neun der 3. Kreisklasse.
Für Windhagen bleibt ein Samstag, an dem mehr möglich war. Das darf wehtun. Aber diese Mannschaften haben auch gezeigt, dass sie nach Rückschlägen weiterkämpfen und Verantwortung übernehmen.
Beim nächsten engen Satz beginnt die Chance von vorn.
