Nach dem herben Rückschlag beim Tabellenletzten in Müschenbach in der vergangenen Woche wollte die Erste eine klare Reaktion zeigen. Außerdem stand ein direktes Duell im Abstiegskampf an, was die Bedeutung des Spiels zusätzlich erhöhte.

Traumstart für den SVW

Nicht nur die zwei Veränderungen in der Startelf waren neu, auch der Start des SVW in die Partie war ein anderer. Druckvoll und entschlossen legten die Jungs los. Bereits in der 2. Spielminute folgte die frühe Belohnung: Robin Hessler verwandelte einen Abpraller aus rund 18 Metern per Volley zum 1:0.

Auch nach der Führung blieb die Intensität hoch. Bereits in der 8. Minute hätten die Jungs die Führung ausbauen können. In der 12. Minute war es dann so weit: Tahsin Kandemir spielte einen überragenden Schnittstellenpass in die Tiefe auf Robin Hessler. Dessen Schuss konnte der Gästekeeper zunächst abwehren, doch Can Kandemir stand beim Abpraller goldrichtig und erhöhte auf 2:0.

Der SVW kam ins Rollen und die Gäste schienen zunächst komplett überfordert. In der 18. Spielminute folgte dann eine sehr knifflige Szene: Malcom Kochems setzte sich nach einer Balleroberung auf der Außenbahn durch und spielte einen großartigen Außenristpass quer durch den Sechzehner. Am zweiten Pfosten lief Zyad ein und schob den Ball über die Torlinie. Doch der Treffer wurde wegen einer Abseitsentscheidung aberkannt.

Nur drei Minuten später die nächste strittige Szene: Dieses Mal dribbelte sich Zyad auf der rechten Seite in den Sechzehner und legte den Ball von der Grundlinie quer. Philip Vogt schob ein, doch erneut entschied der Schiedsrichter auf Abseits.

Zwei strittige Entscheidungen bringen das Spiel ins Wanken

Diese beiden Entscheidungen sollten den Spielverlauf auf den Kopf stellen. Der SVW wirkte frustriert und verlor nach und nach die Kontrolle über das Spiel. Die Gäste kamen immer besser in die Partie und belohnten sich in der 32. Spielminute mit dem 2:1-Anschlusstreffer.

Kurz vor der Pause hatte Burgschwallbach sogar den Ausgleich auf dem Fuß. SVW-Keeper Max Schuster hielt jedoch die Pausenführung fest.

Schwache zweite Halbzeit – und plötzlich liegt der SVW zurück

Nach der Pause war die Erste kaum wiederzuerkennen. Die Intensität aus der ersten Halbzeit war verschwunden und auch im Spiel mit dem Ball schlichen sich zunehmend Ungenauigkeiten ein. Zwei grobe Fehler im Spielaufbau, jeweils ohne gegnerischen Druck, sorgten dafür, dass es nach 56 Minuten plötzlich 2:3 für die Gäste stand.

Die Jungs wirkten geschockt. Bis zur 70. Spielminute nahm der SVW gleich drei Wechsel vor: Alexi, Jan und Salvatore kamen in die Partie.

Das Spiel plätscherte zunächst vor sich hin, ehe der SVW plötzlich über die rechte Seite in den Sechzehner kam. Der Ball landete beim eingewechselten Salvatore, der als Joker eiskalt blieb und gekonnt zum 3:3-Ausgleich verwandelte.

Linus Salm lässt Windhagen in der Nachspielzeit jubeln!

Das Momentum war gekippt! Die Jungs waren wieder da und erhöhten den Druck auf die Gäste. Als sich in der 88. Spielminute der Kapitän der Gäste mit einer Ampelkarte verabschiedete, gab es für den SVW nur noch eine Richtung: nach vorne!

In der 90.+1 Minute war es dann endlich so weit: Anes Mujovic spielte einen scharfen Pass in die Tiefe auf Alexi, der den Ball mit nur einem Kontakt auf Salvo durchsteckte. Zwar scheiterte Salvatore zunächst am Keeper, doch Linus Salm stand beim Abpraller goldrichtig und schob zum umjubelten 4:3-Siegtreffer ein!

Kurz darauf war Schluss – und der SVW hatte sich in einem nervenaufreibenden Spiel tatsächlich noch drei wichtige Punkte im Abstiegskampf gesichert.

Trainer Özbek nach dem Spiel

„Was eine Achterbahnfahrt der Gefühle! Ich weiß nicht, ob wir jemals so gut in ein Spiel gestartet sind. Nach 20 Minuten müssen wir mindestens 3:0, eher sogar 4:0 führen. Das ärgert mich enorm.

Dann kippt das Spiel so langsam. Da müssen wir einfach intelligenter sein und den Ball weiter kontrollieren. Wir haben in Führung teilweise gespielt, als wären wir in Rückstand. Dann machen wir wieder so krasse Fehler ohne gegnerischen Druck.

Aber heute nach Abpfiff spielt all das keine Rolle mehr. Heute zählen nur die drei Punkte. Dieses Comeback tut uns vielleicht am Ende besser als ein klarer Sieg.“